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Handhygiene und ein Weizenbier-Crashkurs
Artikel aus der vom 08.02.2010
Jedes Jahr zum Pferdemarkt verwandeln sich die urigen Kellergewölbe um den Marktplatz herum in die Feiermeile der Stadt. Es wird gegessen, getrunken und vor allem gefeiert. Doch herrscht auch hinter den Kulissen der Ausnahmezustand oder läuft dort alles reibungslos ab?
Eine echte journalistische Frage! Die LKZ-Redaktion schickt mich Nachwuchsreporterin deshalb nicht nur in die Keller, sondern auch noch hinter den Tresen - und zwar zum Mitschaffen. Es trifft halt immer die Kleinsten. Aber gut: Der Ruff-Keller gilt ja, was das Kulinarische angeht, als eines der professionellsten Kellerlokale - und auch als eines der beliebtesten, wie ich sofort bemerke.
Denn als ich kurz vor 18 Uhr in den Hof des Familienbetriebes einbiege, wartet dort bereits eine Schlange von gut gelaunten Gästen, die gar nicht erwarten können, dass die Leonberger Unterwelt sich endlich öffnet. Alle scheinen sich auf den Moment zu freuen, wenn der Ruff-Keller das erste Mal in diesem Jahr beginnt.
Komischerweise sind auch im Keller zu dieser - pferdemarktsmäßig gesehen - frühen Stunde alle entspannt: Egal ob an der Bar, im Gastraum oder in der Küche: das Team scheint gut gelaunt sich auf den kommenden Ansturm zu freuen. Die Mannschaft von Matthias Ruff wirkt gut eingespielt, jeder kennt seine Aufgaben. Kein Wunder: Keiner außer mir macht das zum ersten Mal. Deshalb geht der Chef mit mir Hände waschen: Ganz penibel müsse das laufen, danach gibt es noch Desinfektionsmittel oben drauf. "Sauberkeit ist das A und O", erklärt Meister Ruff die erste Lektion. "Die Speisen dürfen Sie nie mit den Händen anfassen, immer nur mit Besteck", erklärt mir der Chef persönlich. Und noch ein Hinweis, bevor der Keller öffnet: "Es könnte ein Befehlston herrschen, den aber bitte nicht ernst nehmen."
Um Punkt 18 Uhr öffnet Matthias Ruff die Türen, um die wartende Gästeschar einzulassen. Das Kellergewölbe wird sofort von Stimmengewirr erfüllt und nach kurzer Zeit sind fast alle Plätze in der urigen Umgebung schon belegt.
Auch als Neuling bekomme ich keine Schonfrist, sofort werde ich an meiner ersten Arbeitsstation in die Pflicht genommen. Ich soll Weizenbier einschenken. Volltreffer. Das habe ich noch nie gemacht.
Doch auch dieses kleine Problem (-chen) wird schnell behoben: Ein Crash-kurs im Weizenbier-Einschenken muss her. Und schon geht es rund: Die zahlreichen Bestellungen landen an der Theke und man hört nur noch "Weizen", "Weißweinschorle", "Sprudel" oder ähnliches. Nachdem der erste Durst der Gäste gestillt ist, wollen nun die Mägen versorgt werden. Immer mehr Bestellungen für Ruffs legendäre Schälripple und Co. erreichen die Bar.
Nun soll ich mich in der in der Küche nützlich machen. Hier stapeln sich schon die Bons, was nichts anderes als ein Zeugnis des Riesenhungers ist - die Bestellungen werden in Windeseile bearbeitet. Ausreichend Wurstsalat und Käsehäppchen stehen bereit, Rippchen und Kartoffelsalat warten auf die ersten Bestellungen. Ich helfe beim Beladen der Tabletts und bringe sie an die Bar. Der erste Schwung an Essensbestellungen wird im Akkord abgearbeitet.
Die Routine der Ruff-Crew spürt man vor allem daran, dass auch bei immer stürmischem Andrang überhaupt keine Hektik aufkommt - und alles reibungslos läuft.
Die Stimmung im Gastraum wird immer besser. Die Besucher speisen und trinken zufrieden. Ihren Höhepunkt erreicht die Stimmung allerdings als Akkordeonspieler Heinz Licht aufspielt. Die Kellerbesucher schunkeln und singen und auch hinter der Theke ist die Stimmung gelöst - auch wenn die Arbeit im Akkord ein echtes Knochengeschäft ist. Zeit zum Verschnaufen gibt es keine.
Ich arbeite an diesem Abend als Springer und es gibt immer etwas zu tun - ist es etwas ruhiger in der Küche, kann ich an der Bar aushelfen.
Sind dort die Bons bearbeitet, muss das schmutzige Geschirr zurück in die Küche oder die Theke braucht Nachschub an Gläsern und Getränken. Zum Auf-die-Uhr-Schauen bleibt keine Zeit - und irgendwann ist meine Praktikantenschicht tatsächlich auch schon zu Ende.
Eigentlich schade: Wenn man mit einer so netten Mannschaft arbeiten kann, dann macht das sogar am Pferdemarkt Spaß.
Eine echte journalistische Frage! Die LKZ-Redaktion schickt mich Nachwuchsreporterin deshalb nicht nur in die Keller, sondern auch noch hinter den Tresen - und zwar zum Mitschaffen. Es trifft halt immer die Kleinsten. Aber gut: Der Ruff-Keller gilt ja, was das Kulinarische angeht, als eines der professionellsten Kellerlokale - und auch als eines der beliebtesten, wie ich sofort bemerke.
Denn als ich kurz vor 18 Uhr in den Hof des Familienbetriebes einbiege, wartet dort bereits eine Schlange von gut gelaunten Gästen, die gar nicht erwarten können, dass die Leonberger Unterwelt sich endlich öffnet. Alle scheinen sich auf den Moment zu freuen, wenn der Ruff-Keller das erste Mal in diesem Jahr beginnt.
Komischerweise sind auch im Keller zu dieser - pferdemarktsmäßig gesehen - frühen Stunde alle entspannt: Egal ob an der Bar, im Gastraum oder in der Küche: das Team scheint gut gelaunt sich auf den kommenden Ansturm zu freuen. Die Mannschaft von Matthias Ruff wirkt gut eingespielt, jeder kennt seine Aufgaben. Kein Wunder: Keiner außer mir macht das zum ersten Mal. Deshalb geht der Chef mit mir Hände waschen: Ganz penibel müsse das laufen, danach gibt es noch Desinfektionsmittel oben drauf. "Sauberkeit ist das A und O", erklärt Meister Ruff die erste Lektion. "Die Speisen dürfen Sie nie mit den Händen anfassen, immer nur mit Besteck", erklärt mir der Chef persönlich. Und noch ein Hinweis, bevor der Keller öffnet: "Es könnte ein Befehlston herrschen, den aber bitte nicht ernst nehmen."
Um Punkt 18 Uhr öffnet Matthias Ruff die Türen, um die wartende Gästeschar einzulassen. Das Kellergewölbe wird sofort von Stimmengewirr erfüllt und nach kurzer Zeit sind fast alle Plätze in der urigen Umgebung schon belegt.
Auch als Neuling bekomme ich keine Schonfrist, sofort werde ich an meiner ersten Arbeitsstation in die Pflicht genommen. Ich soll Weizenbier einschenken. Volltreffer. Das habe ich noch nie gemacht.
Doch auch dieses kleine Problem (-chen) wird schnell behoben: Ein Crash-kurs im Weizenbier-Einschenken muss her. Und schon geht es rund: Die zahlreichen Bestellungen landen an der Theke und man hört nur noch "Weizen", "Weißweinschorle", "Sprudel" oder ähnliches. Nachdem der erste Durst der Gäste gestillt ist, wollen nun die Mägen versorgt werden. Immer mehr Bestellungen für Ruffs legendäre Schälripple und Co. erreichen die Bar.
Nun soll ich mich in der in der Küche nützlich machen. Hier stapeln sich schon die Bons, was nichts anderes als ein Zeugnis des Riesenhungers ist - die Bestellungen werden in Windeseile bearbeitet. Ausreichend Wurstsalat und Käsehäppchen stehen bereit, Rippchen und Kartoffelsalat warten auf die ersten Bestellungen. Ich helfe beim Beladen der Tabletts und bringe sie an die Bar. Der erste Schwung an Essensbestellungen wird im Akkord abgearbeitet.
Die Routine der Ruff-Crew spürt man vor allem daran, dass auch bei immer stürmischem Andrang überhaupt keine Hektik aufkommt - und alles reibungslos läuft.
Die Stimmung im Gastraum wird immer besser. Die Besucher speisen und trinken zufrieden. Ihren Höhepunkt erreicht die Stimmung allerdings als Akkordeonspieler Heinz Licht aufspielt. Die Kellerbesucher schunkeln und singen und auch hinter der Theke ist die Stimmung gelöst - auch wenn die Arbeit im Akkord ein echtes Knochengeschäft ist. Zeit zum Verschnaufen gibt es keine.
Ich arbeite an diesem Abend als Springer und es gibt immer etwas zu tun - ist es etwas ruhiger in der Küche, kann ich an der Bar aushelfen.
Sind dort die Bons bearbeitet, muss das schmutzige Geschirr zurück in die Küche oder die Theke braucht Nachschub an Gläsern und Getränken. Zum Auf-die-Uhr-Schauen bleibt keine Zeit - und irgendwann ist meine Praktikantenschicht tatsächlich auch schon zu Ende.
Eigentlich schade: Wenn man mit einer so netten Mannschaft arbeiten kann, dann macht das sogar am Pferdemarkt Spaß.
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