Wenn diese Seite nicht korrekt angezeigt wird
gehen Sie bitte zur Originalseite



: Handhygiene und ein Weizenbier-Crashkurs - Stuttgarter Zeitung online - Stuttgart, Region & Land - Lokalausgaben
Stuttgarter Zeitung online | Zeitungsgruppe Stuttgart |  Sonntag, 05. September 2010

Leonberger Kreiszeitung

ePaper |  Mobil |  RSS |  Kontakt |  Sitemap

Leser-Service

Anzeigen-Service

Handhygiene und ein Weizenbier-Crashkurs

Artikel aus der vom 08.02.2010

Jedes Jahr zum Pferdemarkt verwandeln sich die urigen Kellergewölbe um den Marktplatz herum in die Feiermeile der Stadt. Es wird gegessen, getrunken und vor allem gefeiert. Doch herrscht auch hinter den Kulissen der Ausnahmezustand oder läuft dort alles reibungslos ab?

Eine echte journalistische Frage! Die LKZ-Redaktion schickt mich Nachwuchsreporterin deshalb nicht nur in die Keller, sondern auch noch hinter den Tresen - und zwar zum Mitschaffen. Es trifft halt immer die Kleinsten. Aber gut: Der Ruff-Keller gilt ja, was das Kulinarische angeht, als eines der professionellsten Kellerlokale - und auch als eines der beliebtesten, wie ich sofort bemerke.

Denn als ich kurz vor 18 Uhr in den Hof des Familienbetriebes einbiege, wartet dort bereits eine Schlange von gut gelaunten Gästen, die gar nicht erwarten können, dass die Leonberger Unterwelt sich endlich öffnet. Alle scheinen sich auf den Moment zu freuen, wenn der Ruff-Keller das erste Mal in diesem Jahr beginnt.

Komischerweise sind auch im Keller zu dieser - pferdemarktsmäßig gesehen - frühen Stunde alle entspannt: Egal ob an der Bar, im Gastraum oder in der Küche: das Team scheint gut gelaunt sich auf den kommenden Ansturm zu freuen. Die Mannschaft von Matthias Ruff wirkt gut eingespielt, jeder kennt seine Aufgaben. Kein Wunder: Keiner außer mir macht das zum ersten Mal. Deshalb geht der Chef mit mir Hände waschen: Ganz penibel müsse das laufen, danach gibt es noch Desinfektionsmittel oben drauf. "Sauberkeit ist das A und O", erklärt Meister Ruff die erste Lektion. "Die Speisen dürfen Sie nie mit den Händen anfassen, immer nur mit Besteck", erklärt mir der Chef persönlich. Und noch ein Hinweis, bevor der Keller öffnet: "Es könnte ein Befehlston herrschen, den aber bitte nicht ernst nehmen."

Um Punkt 18 Uhr öffnet Matthias Ruff die Türen, um die wartende Gästeschar einzulassen. Das Kellergewölbe wird sofort von Stimmengewirr erfüllt und nach kurzer Zeit sind fast alle Plätze in der urigen Umgebung schon belegt.

Auch als Neuling bekomme ich keine Schonfrist, sofort werde ich an meiner ersten Arbeitsstation in die Pflicht genommen. Ich soll Weizenbier einschenken. Volltreffer. Das habe ich noch nie gemacht.

Doch auch dieses kleine Problem (-chen) wird schnell behoben: Ein Crash-kurs im Weizenbier-Einschenken muss her. Und schon geht es rund: Die zahlreichen Bestellungen landen an der Theke und man hört nur noch "Weizen", "Weißweinschorle", "Sprudel" oder ähnliches. Nachdem der erste Durst der Gäste gestillt ist, wollen nun die Mägen versorgt werden. Immer mehr Bestellungen für Ruffs legendäre Schälripple und Co. erreichen die Bar.

Nun soll ich mich in der in der Küche nützlich machen. Hier stapeln sich schon die Bons, was nichts anderes als ein Zeugnis des Riesenhungers ist - die Bestellungen werden in Windeseile bearbeitet. Ausreichend Wurstsalat und Käsehäppchen stehen bereit, Rippchen und Kartoffelsalat warten auf die ersten Bestellungen. Ich helfe beim Beladen der Tabletts und bringe sie an die Bar. Der erste Schwung an Essensbestellungen wird im Akkord abgearbeitet.

Die Routine der Ruff-Crew spürt man vor allem daran, dass auch bei immer stürmischem Andrang überhaupt keine Hektik aufkommt - und alles reibungslos läuft.

Die Stimmung im Gastraum wird immer besser. Die Besucher speisen und trinken zufrieden. Ihren Höhepunkt erreicht die Stimmung allerdings als Akkordeonspieler Heinz Licht aufspielt. Die Kellerbesucher schunkeln und singen und auch hinter der Theke ist die Stimmung gelöst - auch wenn die Arbeit im Akkord ein echtes Knochengeschäft ist. Zeit zum Verschnaufen gibt es keine.

Ich arbeite an diesem Abend als Springer und es gibt immer etwas zu tun - ist es etwas ruhiger in der Küche, kann ich an der Bar aushelfen.

Sind dort die Bons bearbeitet, muss das schmutzige Geschirr zurück in die Küche oder die Theke braucht Nachschub an Gläsern und Getränken. Zum Auf-die-Uhr-Schauen bleibt keine Zeit - und irgendwann ist meine Praktikantenschicht tatsächlich auch schon zu Ende.

Eigentlich schade: Wenn man mit einer so netten Mannschaft arbeiten kann, dann macht das sogar am Pferdemarkt Spaß.
 
Mehr Leonberger Kreiszeitung
Alle Artikel des Ressorts
Ausgabe wählen
Lokalausgaben
Anzeigen

Stuttgart 21
Alle Infos zum Bahnprojekt
Stuttgart 21 finden Sie hier »
Anzeigen
Immobilienmarkt 6545 Angebote »
Automarkt 1919 Angebote »
Aktuelle Leser-Kommentare
Aus dem Artikel "Grüne warnen die SPD"
Konzept der GRÜNEN???
Von Bert Fringer
Aus dem Artikel ""Ich denke nicht an Rücktritt""
Herr Noch-OB Schuster, warum müssen Sie laufend die Unwahrheit erzählen?
Von Nie-wieder-CDU/FDP/FW-Wähler
Aus dem Artikel "Wird die Trasse noch teurer?"
Respekt bei Journalismus!
Von Interessierter
Aus dem Artikel ""Keine Kostenexplosion""
Vergesst doch mal diese sog. „Gutachten“ und „Analysen“ !
Von Zahlenmensch
Veranstaltungen

05.09. | Die Lauben öffnen zum letzten Mal!

34. Stuttgarter Weindorf auf Schiller- und Marktplatz

Deutschlands schönstes Weindorf mehr
Finden Sie
Heute können Sie aus 303 Veranstaltungsterminen auswählen
StZ ePaper
Lesen Sie sich die Druckausgaben digital im Originallayout mit allen Bildern durch.
Für Abonnenten

Für Käufer
Hier können sie sich über Preise informieren, Abos abschließen oder Einzelexemplare kaufen.

Ein Trommelwirbel für unseren Vorzugspreis.

AJetzt vergünstigte Karten für das Konzert von Martin Grubinger sichern.

20% Preisvorteil für Abonnenten mehr
 
nach oben